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Wenn Sie sich dann mit Informationen aus der Politik versorgen oder im Internet recherchieren, landen Sie fast unweigerlich bei einer Dämmung der Außenfassade durch ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS), obwohl es im Grunde doch um Ihre Innenräume geht.

Eher „gedämmter“ Enthusiasmus wäre bei der Dämmung einer Außenfassade angebracht, denn die energiepolitische und auch die wirtschaftliche Bilanz einer Immobilie im Bestand, die sich mit dem „Einpacken“ mit einem Wärmedämmverbundsystem erzielen lässt, wird nicht selten in Statistiken extrem schöngerechnet.

Darum sollte man immer kritisch fragen: Ist eine Dämmung der Außenhülle mit einem Wärmedämmverbundsystem wirklich die Königsrettung der Energiepolitik? Oder ist sie eher Lobbyistenpolitik und ein Milliardengeschäft für einige wenige Unternehmen?

Ein Thema, mit dem sich bereits der NDR, das TV-Magazin Monitor, Zeitungen wie die Welt und die Wirtschaftswoche oder das Fraunhofer Institut in Beiträgen und Berichten auseinander gesetzt haben.

Quellen:

www.youtube.com/watch?v=4qjR3cFtRSs www.welt.de/finanzen/immobilien/article109699115/Waermedaemmung-kann-Heizkosten-in-Hoehe-treiben.html www.wiwo.de/finanzen/immobilien/umstrittene-ersparnis-kostenfalle-waermedaemmung-seite- all/7243848-all.html www.irb.fraunhofer.de/bauforschung/baufolit/projekt/Untersuchungen-ueber-den-effektiven- Waermeschutz-verschiedener-Ziegelaussenwandkonstruktionen/88028550096

Schattenseiten der Fassadendämmung

„An den Innenwänden wütet der Schimmel während sich an der Fassade Ihres Hauses ein Algenteppich ausbreitet. Wegen des fehlenden Dachüberstands läuft das Regenwasser plätschernd direkt an der Gebäudeaußenwand hinunter. Durch die engen Schießscharten, die einmal Ihre Fenster waren, blicken Sie auf die 1:1-baugleiche Fassade des Nachbarhauses und beobachten ab und zu das Vogelpärchen, das in der Styropordämmung Ihres eingepackten Eigenheims jetzt zur Untermiete wohnt und auf Nachwuchs wartet. Immerhin gucken Sie zufrieden auf die Bilanz, die Ihnen prognostiziert, dass sich die neue Fassadendämmung bereits wenige Jahre nach ihren Tod amortisiert haben wird, falls die Dämmung nicht vorher selbst das Zeitliche segnet.“

Was hier zugegeben sehr überspitzt dargestellt wird, hat durchaus ernste Hintergründe. Ebenso wie viele beschriebene Nachteile einer Innendämmung nicht mehr haltbar sind, kann man auch längst nicht alle angeblichen Vorteile einer Außendämmung stehen lassen.

Aus vermarktungstechnischen Gründen und für einseitig gute Werte, werden Dämmmaterialien für Außenwände immer weiter optimiert und verändert, bis Toleranzbereiche verlassen werden oder es in Kombination mit anderen Materialien zum Bauphysikalischen Crash, sprich Schimmelbefall, kommt. Eine effektive Fassadendämmung isoliert Wände und kann so Schimmelbefall im Innern fördern und gleichzeitig Algenwuchs an der kalten Gebäudeaußenseite unterstützen. Die Isolation der Außenwand verhindert ebenfalls das gewünschte Aufheizen der Ziegelsteine als Wärmespeicher.

Auch in Sachen Brandschutz gibt es Kritikpunkte bei der Fassadendämmung. Der häufig verwendete Dämmstoff Polystyrol (Styropor) gilt als schwer entflammbar, fördert allerdings den Brand, wenn er einmal ausgebrochen ist, weil er bei hohen Temperaturen schmilzt. Ein Kuriosum hat Polystyrol auch zu bieten: Eine Außendämmung mit diesem Stoff wird von Vögeln oft als Bruthilfe genommen, da das Klopfen auf die Dämmung Resonanzen wie bei einem hohlen Baum erzeugt.

Eine Fassadendämmung ist selten ästhetisch, da sie wenig Raum für Gestaltung bietet. Durch Wärmedämmverbundsysteme entstehen Einheitsfassaden. Außerdem werden durch das Auftragen der Außenwand Fenster verschattet und Dachüberstände minimiert oder sogar egalisiert. Die Folge: Der konstruktive Wetterschutz verringert sich.

Das Auftragen einer Außendämmung kann bei einer Grenzbebauung auch den vorgeschriebenen Abstand zum Nachbargrundstück unterschreiten und deshalb als energiephysikalische Optimierung ebenfalls nicht genehmigt werden.

Fertigung und Entsorgung sind weitere Probleme der Außenfassade. Sie enthält oft viele Giftstoffe und weist eine schlechte Ökobilanz auf. Die bei der Herstellung verbrauchte Energie der WDVS und der CO2-Ausstoß können bei einer normalen Nutzungsdauer kaum wieder eingespart werden.

Wäre denn nicht die Dämmung von innen nach außen schon allein der logische Weg?

Zunächst einmal wären da die vor allem in Deutschland noch weit verbreiteten aber unbegründeten Ängste bei einer Innendämmung. Viele der immer wieder aufgeführten Nachteile der Innendämmung, wie beim Brandschutz, beim sommerlichen Wärmeschutz, bei der Gefahr von Wärmebrücken oder bei der Taupunktverschiebung, sind aber oft falsch oder in einem falschen Zusammenhang dargestellt. Neue Erkenntnisse, bewährte und geprüfte Materialien und eine fachmännisch ausgeführte Arbeit stehen gegen eine negative Argumentation in diesen Bereichen.

Innendämmsysteme erhalten die Ästhetik und den Charakter Ihrer Immobile

Eine Innendämmung ist immer die erste Wahl, wenn eine Außendämmung gar nicht erst in Frage kommt. Zum Beispiel bei denkmalgeschützten Gebäuden, die eine Veränderung der Fassade nicht zulassen. Gleiches gilt, wenn ein verordnetes, einheitliches Stadtbild Eingriffe in die Außenoptik verhindert. Bei einer Innendämmung bleibt die Ästhetik eines Gebäudes erhalten.

Der Einsatz von ganz natürlichen Dämmstoffen im Innenbereich kann hier bereits viel bewirken. Zum Beispiel mit dem wissenschaftlich geprüften Innendämmsystem GUTEX Thermoroom https://shop.naturbauhaus-hetfeld.de/anwendung/innendaemmung.html.

Eine Schichtdicke der Holzfaserplatten dieses ökologischen Innendämmsystems von nur 6 cm verringert den Wärmeverlust über die Außenwände bereits um 50 %. Außerdem verbessert sich bei ihrem Einsatz das Raumklima, Sie bekommen einen Kälteschutz im Winter und durch die Holzfaserstruktur der Platten einen natürlichen Feuchtigkeitsaustausch. Die Gefahr von Schimmelbildung wird so deutlich reduziert und Gesundheit und Wohlbefinden nebenbei gleich gesteigert. Dieser Effekt lässt sich durch natürliche Kalk- oder Lehmputzarten weiter steigern.

Eine perfekte Gebäudedämmung kann auch Schritt für Schritt realisiert werden

Mit einer Innendämmung lassen sich zudem einzelne Wohneinheiten dämmen. Das ist sinnvoll, wenn beispielsweise eine Eigentümergemeinschaft einer Komplettdämmung der Fassade nicht zustimmt. Auch aus wirtschaftlichen Gründen ist eine Innendämmung einer Außendämmung oft vorzuziehen. Kosten für Gerüstbau oder wetterbedingte Arbeitspausen entfallen und eine Installation kann im Rahmen einer Renovierung, Sanierung oder Umnutzung durchgeführt werden. Außerdem kann für jeden Innenraum die individuell ideale Dämmung gewählt werden.

Unser Fazit:

Oft ist Innen besser als Außen. Denn umweltbewusst, energiesparend und kostensparend – das ist bei der Dämmung einer Außenfassade oft nur Augenwischerei. Die Ökobilanz einer nachträglichen Fassadendämmung mit einem WDVS fällt fast immer negativ aus, die Dämmstoffe sind voller Chemikalien und Gifte und die hohen Kosten der Installation fressen die Einsparungen bei den Heizkosten über viele viele Jahre auf. Eine Gebäudedämmung macht fast immer Sinn, aber die Maßnahmen müssen unter ganzheitlich betrachteten Gesichtspunkten stimmen. Eine gute Planung und die fachmännische Ausführung der Arbeiten sind Grundvoraussetzungen für eine richtige Dämmung.